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Jugendliche zocken vermehrt im Web

Der Jugendschutz sorgt zwar dafür, dass für Minderjährige das Glücksspiel verboten ist, aber die Jungen finden Wege, dies zu umgehen und zocken daher zunehmend im Internet. Der Psychologe Tobias Hayer von der Universität Bremen hat sich Gedanken über Jugendschutz und Spielsucht gemacht. So wird etwa als Gefahr das Glücksspiel weit weniger öffentlich wahrgenommen als das Komasaufen. Aber zwei bis drei Prozent aller Jugendlichen haben glücksspielbezogene Probleme wie bundesweite Studien belegen. Es ist auch eine Sensibilisierung in der Bevölkerung notwendig „Einem Zwölfjährigen würde zu Weihnachten niemand Bier schenken, Rubbellose aber schon“ meint hier der Psychologe. Bei den Kids sind vor allem Poker, Sportwetten, Slots und Rubbellose beliebt.

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Poker ist besonders beliebt

Auf die Tatsache angesprochen, dass es im Internet fast alle Glücksspiele auch mit Spielgeld gibt, meint der Psychologe, dass er diese Spiele, etwa in sozialen Netzwerken, nicht als Einstiegsdroge bezeichnen würde aber es ist doch notwendig, zu erforschen, ob sie die Spieler auch zu Spielen um echtes Geld verleiten.

Besonders bei den Migranten sind überdurchschnittlich viele Spielsüchtige zu finden. Das Risiko, sich zu verzocken wird durch soziale Benachteiligung und Perspektivlosigkeit gefördert. Es ist auch interessant, dass Jugendliche, die in Sportvereinen organisiert sind, oftmals problematische Spieler sind, die besonders gerne bei Sportwetten zocken. Weiters sind Jungendliche und hier vor allem Männer, die viel Geld und Zeit zur Verfügung haben und die wenig denen Erfolgserlebnisse haben, ebenfalls eine gefährdete Gruppe. Die Spielsucht hat für die betroffenen Jugendliche oftmals gravierende Folgen. Um ihre Sucht zu finanzieren, verkaufen sie alles, was sie besitzen. Schule und Ausbildung wird mehr und mehr vernachlässigt und sie isolieren sich zunehmend. In der Folge kann auch Beschaffungskriminalität dazukommen.

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