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Über 8 Millionen Kundengelder verspielt

Oftmals werden Spekulationen an der Börse und andere Bankgeschäfte gerne mit dem Zocken in den Casinos verglichen. Dies hat wohl ein Mitarbeiter der Deutschen Bank etwas zu wörtlich genommen, und er verspielte mehr als 8 Millionen in einem Casino. Dumm dabei, dass es sich nicht um sein Geld sondern um Kundengelder handelte. Das dies ganz sicher nicht das Vertrauen der Kunden in die deutsche Bank stärken wird, liegt auf der Hand.

Jens L. (39) war ein Mitarbeiter der besagter Bank in Buxtehude und ihm wird zur Last gelegt, dass er innerhalb von drei Jahren acht Millionen Euro unterschlagen und zumindest 4 davon in einer Hamburger Spielbank verzockt haben soll. Ab Montag muss er sich nun vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Stade verantworten. Bei 156 Straftaten lautet die Anklage auf schweren Betrug und bei einigen kommt auch noch Urkundenfälschung dazu, denn es sollen auch Unterschriften von Kunden gefälscht worden sein, um von deren Konten Barabhebungen vornehmen zu können. Bis zu 320.000 Euro der Betrag der bei den einzelnen Fällen unterschlagen wurde. Sein Anwalt verspricht schon vor Prozessbeginn, dass er den Druck der Deutschen Bank auf ihre Mitarbeiter aufzeigen will, wenn diese zumindest höchst fragwürdig zu bezeichnende Finanzprodukte verkaufen müssen.

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Es drohen bis zu 10 Jahre Hafr

Über 3 Jahre wurden so bis zu 50.000 pro Abend verzockt, bis schliesslich die Bank im Dezember 2010 die Unregelmässigkeiten entdeckte. Jens L. wurde gefeuert und es wurde Anzeige erstattet. Bei einem Schuldspruch droht eine längere Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahre. Als schuldmindernd ist sicher die Tatsache, dass er ein weitreichendes Geständnis ablegte und bereits viereinhalb Millionen Euro schon wieder zurückgezahlt hatte. Er begann eine Therapie und befindet sich derzeit auf freiem Fuß, wo er zur Zeit als Krankenpfleger arbeitet.

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